| GF07.51-P-2006D | Zündsystem mit Inkrementsteuerung Funktion | 22.4.99 |
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| 15.03.07 | Das Dokument wurde bis zu diesem Datum aktualisiert
und unterliegt nicht mehr dem Änderungsdienst. |
| Signalzuordnung dargestellt Motor 104
1 Kurbelwinkel 2 Zylinder Zünd-OT 3 Signal Positionsgeber Kurbelwelle (L5) 4 Signal Hall-Geber Nockenwelle (B6/1) 5 Drehzahlsignal TNA a Erkennung Zylinder 1 |
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| Durch die Zähne der Mitnehmerscheibe wird bei drehender Kurbelwelle im Positionsgeber Kurbelwelle (L5) eine Wechsel-spannung erzeugt. Dabei erzeugt jeder Zahn ein Wechsel-spannungssignal. Durch die Lücke von 2 fehlenden Zähnen wird keine Spannung erzeugt. Mit der 2. negativen Flanke nach der Lücke erkennt das Motor-Steuergerät die OT-Stellung der Kurbelwelle.
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Ist zu diesem Zeitpunkt das Signal vom Hall-Geber Nockenwelle (B6/1) auf 0 Volt ("Low"), verarbeitet das Motor-Steuergerät dies zur Erkennung des Zünd-OT Zylinder 1. Dies wird zur Ansteuerung der Zündspulen und Kraftstoff-Einspritzventile herangezogen.
Hinweis Am Motor 111.942 ist kein Hall-Geber Nockenwelle (B6/1) vorhanden. |
| 1 Zylinder 1
2 Zylinder 2 3 Zylinder 3 4 Zylinder 4 5 Zylinder 5 6 Zylinder 6 a Zündfunke im Verdichtungstakt b Zündfunke im Ausstoßtakt c Zündspannungsverlauf N3/4 Steuergerät HFM T1/1 Zündspule (Zylinder 2+5) T1/2 Zündspule (Zylinder 3+4) T1/3 Zündspule (Zylinder 1+6) Der Zündfunke springt gleichzeitig an den Zündkerzen von 2 Zylindern über, bei einem Zylinder im Verdichtungstakt, beim anderen Zylinder im Ausstoßtakt. Der im Verdichtungstakt "überspringende" Zündfunke benötigt eine hohe Zünd-spannung, der im Ausstoßtakt "über-springende" Zündfunke eine geringe Zündspannung. |
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Vorteile der ruhenden Hochspannungsverteilung sind:
wesentlich geringerer elektromagnetischer Störpegel (keine offenen Funken)
keine rotierenden Teile
Geräuschreduzierung
weniger Hochspannungsverbindungen.
1. Zündwinkel entsprechend der Eingangssignale bestimmen, Zündspulen ansteuern und Zündfunken auslösen Das Motor-Steuergerät (N3/4) wertet für die Zündwinkel-bestimmung im wesentlichen folgende Signale aus von: Heißfilm-Luftmassenmesser
Positionsgeber Kurbelwelle
Hall-Geber Nockenwelle
Temperaturfühler Ansaugluft
Temperaturfühler Kühlmittel
und unterbricht im Moment des Zündzeitpunktes masseseitig den Primärstromkreis der Zündspule.
Der Zündwinkel kann zur Zeit nur mit dem Hand-Held-Tester (HHT) geprüft werden. |
2. Zündwinkelanpassung
2.1 Katalysator-Aufheizung (Warmlauf) Um den Katalysator schneller auf Betriebstemperatur zu bringen, wird der Zündwinkel für ca. 30 Sekunden kontinuierlich nach "Spät" verstellt, wenn: Kühlmitteltemperatur beim Start >15 °C und <40 °C
Wählhebelstellung P oder N
Gleichzeitig wird die Leerlaufdrehzahl durch die Leerlaufdrehzahlregelung erhöht. 2.2 Leerlauf Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung kann der Zündwinkel bis zu 8° KW nach "Spät" bzw. "Früh" verstellt werden. Der Eingriff durch die Zündwinkelveränderung reagiert schneller, als durch die Verstellung der Drosselklappe (Leerlaufregelung). 2.3 Schubabschaltung Um beim Wiedereinsetzen der Verbrennung (Ansteuern der Kraftstoff-Einspritzventile) eine sprunghafte Drehmomentzunahme zu verhindern, wird der Zündwinkel kurzzeitig nach "Spät" verstelIt. |
| 2.4 Ansaugluft-/Kühlmitteltemperatur
Um die Klopfneigung bei erhöhten Ansaug- und Kühlmittel-temperaturen zu verhindern, wird der Zündwinkel bei Last in Abhängigkeit von Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur nach "Spät" verstellt. Die Zündwinkelverstellung nach "Spät" erfolgt: - Ansauglufttemperatur > 35 °C - Kühlmitteltemperatur > 105 °C
Die Werte der Zündwinkelverstellung nach "Spät" von Ansaugluft- und Kühlmitteltemperatur addieren sich. 2.5 Getriebe Überlastschutz Um die Schaltglieder des automatischen Getriebes bei Lastschaltung (1-2-1, 2-3-2) vor thermischer Überlastung zu schützen, wird der Zündwinkel während des Schaltvorganges kurzzeitig nach "Spät" verstellt und dadurch das Motor-drehmoment reduziert. Dazu erhalten die Steuergeräte ME vom Steuergerät EGS (N15/3) über den CAN-Datenbus ein Signal. |
2.6 ESP/ASR-Regelbetrieb
Um im ESP/ASR-Regelbetrieb das Motormoment möglichst rasch abzubauen, wird vor Eingriff durch das Stellglied EFP/TPM/LLR die Drosselklappe (Öffnungswinkel verringert) bzw. der Zündwinkel nach "Spät" verstellt. Die Information vom Steuergerät ESP/ASR erfolgt über den CAN-Datenbus zum Motor-Steuergerät. 2.7 Antiklopfregelung (AKR) Bei unkontrollierter Verbrennung (Klopfen) eines/mehrerer Zylinder(s) erfolgt eine Zündwinkelverstellung nach "Spät" an dem/den betreffenden Zylinder(n). 2.8 Laufunruheauswertung Um den Katalysator bei Verbrennungsaussetzern vor thermischer Überlastung zu schützen, wird der Motorrundlauf ständig überwacht. Erkennt die Laufunruheauswertung Verbrennungs-aussetzer, werden nach einer bestimmten Anzahl von Aussetzern das bzw. die entsprechende(n) Kraftstoff-Einspritzventil(e) nicht mehr angesteuert. |